Weil ich es mir wert bin!

Du kochst wirklich jeden Tag? fragen mich viele Leute erstaunt.

Tatsächlich stehe ich fast jeden Tag in der Küche und bereite aus frischen Zutaten ein Essen zu. Natürlich gibt es auch bei mir Ausnahmen und Tage, da koche ich nicht. Die sind mittlerweile aber tatsächlich eher selten.

Es gibt mehrere Gründe, warum das so ist.
1. Mir schmeckt frisch gekochtes Essen einfach viel besser als Fast Food oder Fertiggerichte

„Schuld“ daran ist meine Mama ;-). Auch meiner Mutter war und ist bis heute gesunde Ernährung sehr wichtig. Daher hat sie jeden Tag für uns Kinder frisch gekocht. Ich bin mit der Vollwert-Küche aufgewachsen, deswegen esse ich Vollkornnudeln oder Vollkornbrot wirklich gern. Ich liebe Mamas Grünkern-Frikadellen (die muss ich unbedingt auch mal machen, die sind allerdings etwas aufwendiger…), an so manches Gemüse musste ich mich aber erstmal herantasten, ich war als Kind ziemlich mäkelig, zum Glück hat sich das verwachsen und ich esse heute eigentlich (fast) alles. Als ich ausgezogen bin zum Studieren, habe ich mich erstmal durch die Fertiggerichte gekostet. Kannte ich ja nicht und wäre ja auch praktisch gewesen, so ohne kochen. Schnell habe ich aber fest gestellt, dass mir das alles nicht schmeckt. Vor ein paar Wochen stand ich mit meinem Mann im Supermarkt vor dem Kühlregal und da standen ein paar Fertiggerichte und er meinte, oh lecker, lass uns das doch kaufen und heute essen. Ich glaube es waren Schinkenfleckerl. Ich hab nur meine Augenbraue hochgezogen (für diesen Blick bin ich bekannt 😉 ) und gesagt: „Nee das machen wir einfach selbst.“ Lecker war’s! Wenn ich im Supermarkt stehe und einfach nicht weiß, was ich kochen soll, dann spielen wir das Spiel „Fertiggerichte angucken und ‚nachbasteln‘“.

2. Ich weiß was in meinem Essen drin ist, nämlich natürliche Lebensmittel und keine künstlichen Zusatzstoffe wie Aromen, Emulgatoren, Geschmacksverstärker & Co.

Das ist ein für mich ganz wichtiges Thema, zu dem ich nochmal einen eigenen Blogbeitrag schreiben werde. Nur kurz: Ich schaue mir immer die Zutatenliste an. Mehr als 3-5 Zutaten sollten dort eigentlich nicht draufstehen. Und vor allem sollten dort nur Zutaten stehen, die man als Lebensmittel erkennt. Frei nach dem Bestseller von US-Journalist Michael Pollan „Esse nichts, was deine Großmutter nicht als Essen erkannt hätte.“

3. Mich entspannt kochen.
Das war nicht immer so, früher hat es mich oft genervt, jetzt ist es meine kleine Auszeit. Ich arbeite sehr viel am Computer, da ist das Kochen eine schöne Abwechslung und etwas, das ich mit den Händen tun kann. Oft koche ich auch gar nicht nach Rezept. Ich gucke in den Kühlschrank und in meine kleine Vorratskammer (in die Speis, wie man hier in Österreich sagt) und dann kommt oft schon eine Idee. Ist das dann immer wahnsinnig raffiniert? Nö, aber es schmeckt immer gut! Ich hab auch selten Musik dabei an. Ich und das Klappern meines Messers auf dem Brett, das Zischen des Öls in der Pfanne oder das Blubbern des kochenden Wassers, das ist Musik genug für mich.

4. Ich sitze gerne am Tisch mit lieben Menschen um mich herum, da gehört ein schönes selbst gekochtes Essen für mich einfach dazu.

Schon bei uns in der Familie wurde gemeinsam gegessen, zumindest am Abend, wenn alle zuhause waren. Jeder hat von seinem Tag erzählt. Auch mit meinem Mann halte ich das so. Am Abend setzen wir uns an den Tisch (im Sommer oft auf unseren Mini-Balkon) und essen gemeinsam. Ich finde das wahnsinnig wichtig, mindestens eine Mahlzeit am Tag gemeinsam zu essen. Ganz in Ruhe. Ich liebe auch ein ausgedehntes Sonntagsfrühstück, ein wunderschönes Ritual für mich, oder für Freunde zu kochen. Mache ich leider viel zu selten. Aber ich habe fest vor, das wieder häufiger zu machen.

5. Beim Kochen kann ich meine Kreativität ausleben.
Vor ein paar Wochen habe ich eine Jugend-Freundin in Kanada besucht. Sie erzählte mir, dass sie seit der Geburt ihres zweiten Kindes jeden Tag ein neues Rezept ausprobiert, teilweise auch sehr aufwendige. Sie schmöckert in ihren Kochbüchern und plant dann welche Rezepte sie die Woche kochen möchte und kauft dann dem entsprechend ein. Sie erklärte mir das damit, dass sie mit den zwei Kindern keine Zeit hat irgendwelchen kreativen Hobbys nachzugehen. Daher lebt sie ihre Kreativität beim Kochen aus. Ich hab da nie so drüber nachgedacht, aber meine Freundin hat völlig recht.

„Hast ja recht, aber ich habe überhaupt keine Zeit dafür“ – das höre ich oft. Versteh ich, Zeit ist ein knappes Gut. Aber meiner Meinung nach ist es eine Frage der Prioritäten, die man sich selbst setzt.

6. Ich bin es mir selbst wert, dass ich mir etwas gesundes und leckeres aus frischen Zutaten zubereite.
Der für mich wichtigste Grund zu kochen. Ich möchte gesund sein und meinem Körper, der jeden Tag wahnsinnig viel leistet, die Nährstoffe zuführen, die er braucht. Ich möchte mich fit und energiegeladen fühlen, das tue ich, wenn ich frische Lebensmittel zu mir nehme. Die Zeit, die ich brauche, um zu kochen (und einzukaufen), die nehme ich mir dafür.

Und ganz ehrlich, wie viel Zeit verbringen wir damit, auf dem Handy rumzudrücken oder TV, Netflix & Co. zuschauen? 30 Minuten am Tag reichen oft schon für eine gesunde und vor allem leckere Mahlzeit. Probier es aus!